Der Begriff Bouldern hat seinen Ursprung im Klettern an kleinen Felsblöcken (engl. Boulder) in Absprunghöhe. Eine Seilsicherung ist hier nicht notwendig, Boulder mit reinen Seitwärtszügen bezeichnet man als Traverse.

Eine Boulder- und Kletterwand bietet eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten:

Bereich Kondition: Förderung bzw. Schulung von Kraft und Kraftausdauer (das Klettern stellt eine Ganzkörperkräftigung dar, Muskelgruppen von den Füßen bis zum Hals werden trainiert). Dies wirkt bei unseren Schülern sehr häufig auftretenden Haltungsschwächen z. B. im Bereich der Füße und des Rumpfes entgegen.

Bereich Koordination: Gleichgewichtsfähigkeit, Raumorientierung

Kognitiver Bereich: Förderung der körpernahen Sinne und der Konzentrationsfähigkeit. Sehr interessant ist hier die Aufgabe mit ausgeschaltetem Sehsinn zu klettern. Weiterhin kann die Boulderwand im Rahmen des bewegten Unterrichts eingesetzt werden. Es können auf spielerische Weise vielfältige Übungen zu den Bereichen Mathematik und Schriftspracherwerb durchgeführt werden. Nur drei Übungsbeispiele: Worte klettern, Rechenaufgaben klettern, Buchstaben zuordnen. Auch der Bereich Farbenlehre ist zu nennen.

Pädagogischer Bereich: soziale Kompetenzen wie Verantwortungsbewußsein und Kommunuikationsfähigkeit (Schüler geben sich Tips, helfen einander und bewältigen gemeinsam Aufgaben). Besonders hervorzuheben ist, dass das Klettern äußerst positive Wirkung auf sog. verhaltensauffällige Schüler haben kann. So ist beispielsweise zu beobachten, dass ansonsten sehr unruhige Kinder, die nur für sehr kurze Zeit konzentriert und aufmerksam arbeiten können, beim Klettern sehr konzentriert und ruhig ihren Weg nach oben bzw. zur Seite gehen. Das Bouldern und Klettern stellt für viele Schülerinnen und Schüler eine äußerst erlebnisreiche und reizvolle Herausforderung dar, welche die Möglichkeit bietet, Mut zu beweisen und Angst zu überwinden, was sich positiv auf das Selbstwertgefühl auswirkt. Auf der anderen Seite lernen die Schülerinnen und Schüler aber auch körperliche und emotionale Grenzen kennen, wodurch eine realistische Selbsteinschätzung gefördert wird.

Martinsschule Linsengericht Altenhasslau Förderschule für geistig behinderte Kinder

Kletter- und Boulderwand

Kletterwand in der Martinsschule Linsengericht, Foto: Martinsschule

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