Martinsschule Linsengericht Altenhasslau Förderschule für geistig behinderte Kinder
Physiotherapie Kunstraum Martinsschule Linsengericht Altenhasslau - Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Pädagogisches Reiten

Das „Pädagogische Reiten“ in unserer Schule bedeutet das intensive Arbeiten mit dem Pferd, am Pferd, auf dem Pferd und um das Pferd herum.
Dies geschieht unter dem Aspekt des erlebnisorientierten Reitens und den Grundsätzen des heil- und motopädagogischen Reitens.

Montags und donnerstags fahren wir mit zwei verschiedenen Schülergruppen zum nahegelegenen Reiterhof, dem Hof Eich in Geislitz.
Unsere Reitgruppen bestehen jeweils aus drei bis fünf Schüler/innen unserer Schule, die sehr
unterschiedliche Leistungsfähigkeiten aufweisen, unterschiedlichen Alters sind und auch aus verschiedenen Klassen und Stufen kommen.
Diese beständige, heterogene Gruppe bleibt mindestens ein halbes Schuljahr bis zu einem ganzen Schuljahr zusammen.
Gemeinsam mit einer Lehrkraft, einer Reitlehrerin vom Reithof, zum Teil mit Teilhabeassistenten und mit unserem Reitpferd bilden wir für mindestens ein halbes Schuljahr ein Reitteam, welches sehr eng zusammenarbeitet.

Unsere Reitstunden starten mit dem Abholen des Pferdes vom Stall oder Platz und mit dem
Begrüßen. Dann beginnt das Putzen, Striegeln, Hufe Auskratzen, Satteln und Zügeln.
Bei jeder dieser Arbeiten ist jeder Schüler und jede Schülerin aktiv beteiligt.
Danach geht es zum eigentlichen Reiten über. Im gemeinsamen Spielen und Agieren ist jeder
beteiligt. Auch das Führen des Pferdes spielt hier eine Rolle.
Die Reitstunden enden mit dem Verabschieden des Pferdes sowie der anderen Personen und mit anschließender kurzer Reflexion in der Schule.

Die Förderziele:

Unsere Reitstunden fördern im ganzheitlichen Sinne.
So wie die Motopädagogik eine Bewegungserziehung im ganzheitlichen Sinne ist, so sehen wir die Förderung hier ebenso, nur mit dem Medium „Pferd“ als spezielles Lernmittel und Motivationshilfe.
Das Pferd ist ein idealer Partner; es ist immer objektiv, nie beurteilend, nie kritisierend und
trotzdem erhält man von ihm eine ganz klare Antwort auf sein Handeln und Tun.
Unser Therapiepferd spiegelt die Schüler in ihrer Haltung und in ihrem Verhalten und gibt dies sofort nonverbal, ohne Kommentar und Anschuldigungen an die Person weiter.

Die Motopädie fördert im „psychomotorischen Bereich". Damit sind die Ganzheitlichkeit und die Integration der verschiedenen Entwicklungsbereiche gemeint.
Das bedeutet, dass in einer lustvollen Lernsituation folgende fünf Bereiche gleichermaßen angesprochen und gefördert werden sollen.

1. Motorik: Bewegungsförderung
2. Sensorik: Wahrnehmungsschulung
3. Kognition: geistige Fähigkeiten
4. Soziale Kompetenz
5. Emotionales Verhalten

Nur einige Förderziele sollen hier benannt sein:

Motorikförderung in unseren Reitstunden:
o Integration von resistierenden Restreflexen und Restreaktionen, sowie Gleichgewichtsschulung(durch die mehrdimensionale Bewegungsanforderung auf dem Rücken des Pferdes)
o Feinmotorikschulung (durch das differenzierte Arbeiten beim Hufekratzen, beim Zügeln undSatteln)
o Koordinationstraining (Reiten und die Zügel einsetzen, Reiten und Stäbe, Bälle halten, werfen, zielen….)
o Blicksteuerung (Auge/Hand-Koordination beim Arbeiten am Pferd, beim Reiten und im gemeinsamen Spielen)

Sensorikförderung in unseren Reitstunden:
o Gleichgewichtsschulung
o Taktile Stimulation/ Wahrnehmung über die Haut: (Streicheln, Bürsten, Dreck auskratzen)
o Propriozeptive Stimulation/ Tiefenwahrnehmung (Reiten im Schritt, Trab, über Gegenstände und Unebenheiten)
o Visuelle Wahrnehmung/ Wahrnehmung über das Auge: (vom Spielverfolgen bis zur Registrierung: Wann legt das Pferd die Ohren an?)
o Akustische Wahrnehmung/ Wahrnehmung über das Ohr: (beim Mitspielen bis hin zur Wahrnehmung: Auf welche Geräusche reagiert das Pferd?)
o olfaktorische Wahrnehmung/ Geruchswahrnehmung

Förderung der Kognition in unseren Reitstunden:
o Serealität/ Reihenfolgen erfahren und einhalten
o Erinnerungs- und Merkfähigkeit
o Regeln einhalten
o Handlungskompetenzen einsetzen

Förderung des Sozialverhaltens in unseren Reitstunden:
o im gemeinsamen Spiel
o Abwarten lernen
o im gegenseitigen Helfen und Unterstützen

Förderung des emotionalen Verhaltens:
o das Pferd nimmt mich so an, wie ich bin


Der Reitunterricht an der Martinsschule wird dankenswerter Weise über unseren Förderverein
ermöglicht und ist für viele unserer Schüler/innen ein einmaliges und wertvolles Unterrichtserlebnis, aus dem Schüler/innen mit Mehrfachbehinderungen und Schwerstmehrfachbehinderunge, genauso wie Schüler/innen mit Autismus-Spektrum-Störungen oder Schüler/innen mit Verhaltensschwierigkeiten und unterschiedlichsten Teilleistungsstörungenenorme Lern-, Entwicklungs- und Persönlichkeitserfolge ziehen.
 

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